Fasnacht im Allgemeinen
- Ursprung der Fasnacht
- Wie werden die Fasnachtsdaten berechnet
- Was heisst Guggenmusik und wann waren die ersten Guggen aktiv?
Was heisst Guggenmusik und wann waren die ersten Guggen aktiv
Die ersten Guggemusiken kommen direkt aus Basel!
Wenn man nach dem Ursprung der Guggemusik forscht,
muss man in der Schweiz, in Basel, suchen. Schon im vorigen Jahrhundert traten dort Gruppen unter dem Namen
Tschäter- oder Katzenmusik auf. Diese älteren Begriffe wurden später abgelöst durch das Wort
Guggenmusik. In einem Buch aus der Schweiz, von 1885, werden folgende Deutungen aufgeführt:
Das Wort "Guggenmusik" begegnet uns das erste Mal 1906 im "Verzeichnis der Fastnachtszüge" neben zehn anderen
Musiken: Eine "Guggenmusik" spielte als Sujet die Deutschlandreise der "verkrachten" Stadtmusik Concordia aus.
An die Beteiligung von Guggenmusiken am Morgenstreich von 1914, dem letzten für mehrere Jahre, kann sich ein alter
Fasnächtler noch gut erinnern:
"D Melody hesch miesse verroote".
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg sind
Guggenmusiken zwar bald wieder unterwegs, doch offensichtlich eher am Morgenstreich und an den Abenden. Von "Unbaslerischem
am Morgenstreich" lesen wir 1923 im "Briefkasten des Publikums":
"In den Restaurationen der innern Stadt trieb sich eine richtige
'Guggenmusik' herum, die da und dort ein Stücklein spielte und dann mit dem Hut einsammeln ging".
Dies betrachtete
der Einsender als "Unzeug" und veranlasste ihn zu "energischem Protest".
Aber mit den Musiken am Morgenstreich war es nicht
mehr grossartig bestellt. Obwohl noch im Vorjahr "einige kleinere 'Guggenmusige' den Tumult erhöhten", schreibt 1931
ein Einsender in den "Basler Nachrichten":
"Zu wünschen wäre auch noch eine Wiederbelebung des Morgenstreichs durch
Musikkorps, wie auch dies noch vor dem Kriege der Fall war. Es brauchen gar keine richtigen Musikkorps zu sein, einige wenige wirkliche
Instrumente genügen, das übrige wird durch Lärm und Rhythmus ersetzt und erzielt vollkommen die gewünschte
Wirkung. Solche Gruppen und Grüpplein würden den ganzen Betrieb günstig beeinflussen. Das Fasnachtscomite des Quodlibet
unterstützte denn auch speziell solch belebende Gruppen am Morgenstreich, wenn auch meistens nur in 'Natura', was aber doch
willkommen war".
Bald nach der Gründung der "Jeisy Migger-Guggenmuusig" nach der Fasnacht 1926 war auch der Auftritt
dieser Guggenmusik während über 25 Jahren ein fester, wenn auch nicht im Programm figurierender Bestandteil
des "Monstre" im "Küchlin-Theater". Nur ein einziges Mal - an der ersten Nachkriegsfasnacht 1946 - machten sie
auch an den Umzügen von Montag und Mittwoch mit. Insgesamt sieben Musikgruppen - nun alles Guggenmusiken - waren für
diese Fasnacht beim Comite gemeldet. Sie trugen Namen wie "Dreiroserampe-Schränzer-Guggemusig", "Chnullerifurzguggerabbsi",
"Schluch-und Guggemusig Breiti" (auf einem Auto) und "Studio Neubad-Guggemusig".
In den folgenden Jahren erscheinen immer mehr
Guggenmusiken in den Verzeichnissen des Fasnachts-Comites. Zunächst teilweise noch mit wechselnden Bezeichnungen wie beispielsweise
die "Schotten-Clique" (gegr. 1947), die über "Hirschenegg-Schotte", "Hirschenegg-Clique" und "Schotteclique Hirschenegg" zu ihrem heutigen
Namen fand.
Wie wir gesehen haben, sind für Basel Guggenmusiken bereits um 1900 bezeugt. Die Stadt am Rheinknie ist also
Ursprungsort der "Guggenmusik-bewegung", die inzwischen Landes- und Sprachgrenzen überschritten hat. Allerdings wurden
teilweise auch andere Lärmformationen mit der jüngeren Guggenmusik verschmolzen oder leben in Koexistenz mit ihr. Durch die rege
Reisetätigkeit, verbunden mit der Teilnahme an auswärtigen Fasnachtsveranstaltungen, ist die Guggenmusik als fasnächtliche
Unterhaltungsform längst in allen umliegenden Staaten bekannt und beliebt und findet sogar Nachahmung.